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Burgen-Blick - Veit-Bach-Festspiele 2021

Veit-Bach-Festspiele 2021

Bach-Stammort Wechmar: Im Rahmen des 95. Internationalen Bachfestes Ohrdruf-Gotha 2021 haben sich die Mitglieder des Wechmarer Heimatverein e.V. einen ganz besonderen Höhepunkt einfallen lassen. Die seit dem Jahr 2000 im Vier-Jahres-Rhythmus stattfindenden Veit-Bach-Festspiele Wechmar wurden vom Jahr 2020 um ein Jahr verschoben, um im Internationalen Bachfest 2021 dabei sein zu können. Am Freitag, dem 3. September 2021, um 19.30 Uhr und am darauffolgenden Sonntag zur gleichen Zeit wird sich die Sankt Viti Kirche Wechmar öffnen, um den Theaterschauplatz für die einzigartige Aufführung zu bieten. Karten sind zum Preis von 25€ und 20€ erhältlich.

Zur Geschichte der Festspiele
Im Jahr 2000 entstand die Idee, die Geschichte der Musikerfamilie Bach im Rahmen eines Theaterstücks den Gästen des Internationalen Musikfestivals Bach 2000 Wechmar nahezubringen. Der große Erfolg der ersten Aufführung in der Kartoffelhalle Wechmar ließ die Gedanken zu Festspielen reifen, denn im September 2000 wurde die Aufführung vom Juli in der Kirche wiederholt und nun war klar, Wechmar braucht eine fünfteilige Familien-Saga der Bach`s. In den „Veit-Bach-Festspielen Wechmar“ waren bisher folgende Stücke zu erleben: 2004 „Hans Bach ein Spielmann“, 2008 „Der verliebte Kantor“, 2012 „Kirchendonner um Sankt Viti“ und 2016 „Alles geht den Bach hinüber“. Nachdem sich Ideengeber Knut Kreuch 2000 noch nicht traute das Stück zu schreiben, ist er seit 2004 Autor aller Stücke, so auch 2021.

Die Story „Vitus Bach und der Anfang zur Musik“
Mit dem Stück „Vitus Bach und der Anfang zur Musik“ kehrt Knut Kreuch zum Beginn der Familien-Saga zurück und ist dann Autor aller Stücke der fünfteiligen Geschichte. In seinem Volksschauspiel geht es um Liebe, Lügen und Intrigen an der Schwelle des 17. Jahrhunderts. Natürlich lässt er zuerst den Meister Johann Sebastian Bach selbst zu Wort kommen, der einst einen Familienstammbaum anlegte und darin Vitus Bach als seinen Stammvater bezeichnete. Von Auerbachs Keller geht’s auf die Dorfplätze von Wechmar und entlang der Kupferstraße hinein in die quirlige ungarische Puszta.
Er schildert, wie der begabte Musikant Vitus seine Heimat verlässt, weil er nicht den väterlichen Beruf übernehmen will. Mit einem Freund geht er in die Fremde und findet in Ungarn genügsame Sicherheit für seine lutherische Religion. Er gründet eine Familie und erlebt Kaiser Rudolphs brutale Gegenreformation, die ihn wieder in die Heimat treibt. Hier muss er lange suchen bis er gastfreundliche Aufnahme findet. „Es wird ein lustiges Miteinander mit Tiefgang und Würze, aber auch mit mancherlei Überraschungen“ freut sich der Autor.

Die Mitwirkenden
Bei den Veit-Bach-Festspielen Wechmar ist es Tradition, dass nur Laien auf die Bühne dürfen, kein Profimusiker, kein Profischauspieler hat je auf dem Theaterschauplatz Wechmar gestanden. Manches Talent wurde hier schon entdeckt, manches Mädchen hat hier schon stimmlich überzeugt, mancher in der Regie schon neue Aufgaben bei anderen Aufführungen übernommen. Und das Publikum ist immer wieder begeistert, was der Nachbar, der eben noch Handwerker war oder am Büroschreibtisch saß für eine glanzvolle Sprech- oder Gesangsleistung auf die Bühne bringt. Rund 50 Sprecherrollen sind entstanden, dazu kommen Tänzer und Sänger, so dass wieder mehr als 75 Mitwirkende in einem prächtigen Bühnenbild live zu erleben sind. Regie übernimmt zum zweiten Male die gebürtige Wechmarerin Aniela Liebezeit aus Magdeburg, die selbst als Theaterautorin des „Sommertheaters im Landhaus“ bekannt ist.

Lust zum mitspielen
Auf die Frage „Kann noch jemand mitspielen“ sagte Knut Kreuch spontan „Bei mir ist es so, wenn sich jemand meldet, der Lust hat mit dabei zu sein, dem schreibe ich eine Rolle auf den Leib. Das habe ich immer so gemacht und es hat meistens fantastisch geklappt“. Wer also Lust hat mit dabei zu sein, wenn die wahre Geschichte der Musikerfamilie Bach lebendig wird, der meldet sich unter: info@wechmarer-heimatverein.de oder spricht den Autor persönlich an.

Quelle

Foto + Text vom Wechmarer Heimatverein

Burgen-Blick

Erschienen in der Ausgabe: 26. September 2020