Nicht nur 15 Windräder sorgen für Streit
Der am 1. Juli 2026 beschlossene 2. Entwurf des 2. Sachlichen Teilplans „Windenergie“ für Mittelthüringen weist konkrete Vorranggebiete für Windenergie aus. Einige liegen direkt im bewaldeten Thüringer Wald, wie beispielsweise die Nr. W-40 (wie im Bild), sowie W-39 und W-38. Zur Umsetzung müssen Waldflächen gerodet und Schneisen für die Zuwegung und die Stromleitungen geschlagen werden.
Weiterhin soll konkret zwischen Tambach-Dietharz, Georgenthal und Finsterbergen zeitnah ein Windpark entstehen. Dies erregt erheblichen Widerstand. Nach den derzeit bekannten Planungen sollen dort 15 Windräder entstehen, die eine Nabenhöhe von rund 179 Metern haben und eine Gesamthöhe von etwa 266,5 Metern. Die Projektgegner, Initiativgruppe Georgenthal (https://keine-windkraft-im-wald.de), sprechen von „industriellen Giganten“ und warnen vor massiven Eingriffen in Landschaft und Natur.
Die Anlagen sollen in exponierter Lage im Thüringer Wald entstehen und nach Einschätzung der Kritiker weithin sichtbar sein. Ein früherer Antrag für 15 Anlagen war 2024 zurückgezogen worden. Die Planungen werden inzwischen offenbar weiter verfolgt. Ob ein neuer Genehmigungsantrag bereits eingereicht wurde, ist noch nicht bekannt. Dies soll jedoch noch in diesem Jahr erfolgen. Für zusätzliche Kritik sorgen die geplanten Rückvergütungen an die umliegenden Gemeinden. Nach Angaben der Projektgegner sollen jährlich insgesamt mehr als 660.000 Euro fließen.
Die Kritiker stellen die Frage, ob solche Zahlungen den Eingriff in Landschaft und Lebensumfeld rechtfertigen können. Gemeinsam mit einem Juristenteam wollen sie deshalb gegen das Vorhaben vorgehen. Sie meinen weiter: „Solange Stromnetze und Speicher nicht ausreichend ausgebaut sind … ist ein immer weiterer Ausbau der Windenergie der falsche Weg.“ Weiter läuft in Thüringen die Regionalplanung für die Windvorranggebiete. Die Öffentlichkeitsbeteiligung des 2. Entwurf endet am 9. Oktober. „Jetzt zählt jede Stimme. Gemeinsam für den Schutz unseres Thüringer Waldes, unserer Heimat und unserer Region! https://keine-windkraft-im-wald.de“
Saubere Windenergie
Windenergie ist, wenn die Windräder einmal stehen, eine recht saubere und sozusagen unerschöpfliche Energie, auch wenn sie witterungsabhängig ist. Aber, müssen wir Waldflächen, also CO₂-Speicher roden um CO₂ zu sparen? Warum müssen die Anlagenbauer mit staatlichen Fördermitteln unterstützt werden, wenn sie doch horrende Summen als Pacht für die Flächen zahlen und auch riesen Summen an die Gemeinden zahlen? Es ist belegt, dass bei jeder Anlage im Betrieb ein Abrieb von zumindest 2,74 kg pro Jahr zu Boden fällt. Hier drunter auch Ewigkeitschemikalien in geringen Mengen. Sollten nicht erst alternative Stoffe für die Rotorblätter entwickelt werden? Etwas mehr Geduld und bewusstes Handeln wäre wichtig für uns alle!
Quelle
Karte von https://keine-windkraft-im-wald.de
Text von Jörg Mansch
Burgen-Blick
Erschienen in der Ausgabe: 26. September 2026