Begleitausschuss reagiert nicht auf Forderungen der BI Apfelstädt
Die Apfelstädt Die Bürgerinitiative „Lebensraum Apfelstädt“ hat ihre Forderungen zum Schutz und Erhalt der Apfelstädt erneut im Begleitausschuss bekräftigt. Anlass ist die Entscheidung der Thüringer Fernwasserversorgung (TFW), des Landkreises Gotha und des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), die im Rahmen einer bestehenden dreiseitigen Vereinbarung vorgesehene Niedrigwasseraufhöhung der Apfelstädt aufgrund der anhaltenden Trockenheit auszusetzen. Nach Auffassung der Bürgerinitiative wird sich dadurch die bereits angespannte Situation des Flusses weiter verschärfen. Die Initiative sieht die Ursachen nicht allein in den klimatischen Bedingungen, sondern auch in der Bewirtschaftung des Talsperrensystems. Kritisiert wird insbesondere die Nutzung von Wasser für die Wasserkraftanlage der Westringkaskade, während gleichzeitig die Wasserführung der Apfelstädt reduziert werde.
Die Bürgerinitiative fordert, dass die verfügbaren Wasserressourcen vorrangig für die Trinkwasserversorgung und die ökologische Stabilisierung der Apfelstädt eingesetzt werden. Die Nutzung zur Stromerzeugung müsse gegenüber diesen Aufgaben nachrangig behandelt werden. Zudem müsse die Ausweitung der Trink- und Brauchwasserversorgung an die tatsächlich verfügbaren Wasserressourcen angepasst werden.
Im Begleitausschuss wurde nach Angaben der Initiative darauf hingewiesen, dass eine Erhöhung der Wasserführung um 600 Liter pro Sekunde positive Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt und die ökologische Entwicklung der Apfelstädt hätte. Eine höhere Wasserführung könnte zur Stabilisierung des Gewässers beitragen und die Auswirkungen von Versickerungsverlusten verringern. Die Bürgerinitiative fordert eine entsprechende Anpassung der Mindestwasserregelung seit mehreren Jahren. Darüber hinaus verweist die Initiative auf die gesetzlichen Verpflichtungen der zuständigen Behörden zum Schutz von Gewässern und natürlichen Lebensräumen. Sie sieht Landkreis, Umweltbehörden und Ministerium in der Verantwortung, Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Apfelstädt zu ergreifen. Dabei wird auch auf die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und des Schutzes von Natura-2000-Gebieten hingewiesen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Wasserentnahme für die Wasserkraftnutzung. Nach Auffassung der Bürgerinitiative müsse sichergestellt werden, dass Wasser, das für die ökologische Entwicklung der Apfelstädt benötigt wird, nicht dauerhaft anderen Nutzungen entzogen wird. Die Initiative fordert daher eine grundlegende Überprüfung der bisherigen Bewirtschaftungspraxis. Die Bürgerinitiative „Lebensraum Apfelstädt“ setzt sich seit über sechs Jahren gegen das Austrocknen des Flusses ein und fordert Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung des Gewässers. Sie warnt davor, dass ein weiteres Abwarten nicht nur den ökologischen Zustand der Apfelstädt verschlechtern, sondern auch das Vertrauen der Bürger in das Handeln staatlicher Stellen beeinträchtigen könnte.
Weitere Infos unter: www.lebensraum-apfelstaedt.de
Quelle
Foto und Text von Jörg Mansch
Burgen-Blick
Erschienen in der Ausgabe: 13. Juni 2026