Lesedauer ca. 4 Minuten

Das Erbe von Hermann Anders Krüger erhalten

 

„Einen Kranz nieder zu legen und darüber zu berichten ist das eine. Aber dies als Anlass zu nehmen, das Erbe weiter zu tragen, in der Regelschule und in der Villa, ist das andere!“, so bleiben zwei Sätze aus der Ansprache von Michael Göring, Pfarrer im Ruhestand, zum Gedenken an Hermann Anders Krüger (1871-1945) in Erinnerung. Vergangenheit kann ein gutes Fundament für die Zukunft sein. Neudietendorf erlebte das ganz intensiv in den Jahren nach 1990, als Professor Hermann Anders Krüger ganz neu entdeckt wurde, die Regelschule seinen Namen bekam und der Krügerverein seine Arbeit aufnahm. Seitdem wurde viel bewegt, vieles aber wurde auch alltäglich und selbstverständlich. Familie Theile hatte die Zusammenkunft anlässlich des 80. Todestages am 10. Dezember am Grab von Hermann Anders Krüger auf dem Gottesacker der Brüdergemeine in Neudietendorf initiiert, zu dem Vertreter von Vereinen, der Regelschule, des Paritätischen und der Verwaltung kamen.

Was weiß man noch über den so Geehrten? Er war eine außerordentlich vielfältige Persönlichkeit: Schriftsteller, Wissenschaftler, Kunstsammler, Thüringer Landespolitiker und Demokrat. Vielleicht ist in der Gegenwart seine Bedeutung als Demokrat die wichtigste. Als bekennender Liberaler wurde er 1934 als Leiter der Landesbibliothek in Altenburg entlassen und in den Ruhestand versetzt, den er in Neudietendorf verbrachte. Allein seine politische Biographie hätte eine umfassende neue Aufarbeitung verdient, denn er engagierte sich bereits in der Weimarer Republik als Gegner der erstarkenden Nationalsozialisten.

Burgen Blick - Das Erbe von Hermann Anders Krüger erhalten

Nun verpflichtet das Erbe von Neuem und für die Gestaltung der Zukunft. Es ist sicher, dass der Krügerverein die Ideen und das Wirken seines Namensgeber weiterentwickeln und noch näher an die Menschen bringen wird und es wird auch für die Regelschule, trotz allem aktuellen Trubels, neue Möglichkeiten der intensiven Arbeit eröffnen. Der neu berufene Kreisheimatpfleger des Landkreises Gotha, Albrecht Loth, freute sich über das Gedenken und danke allen Anwesenden. Er ist seit Oktober im Ehrenamt tätig und widmet sich der Bewahrung und Pflege geschaffener Werte von geschichtlicher, wissenschaftlicher, künstlerischer und volkskundlicher Bedeutung. Auch er eröffnete den Blick auf die aktive Zukunft: „Alle Beteiligten sind sich in dem Ziel einig, das Erbe Krügers intensiv zu pflegen. Der 2026 bevorstehende 155. Geburtstag ist dafür z.B. ein guter Anlass!“

Quelle

 

Foto und Text von Jörg Mansch

 

 

Burgen-Blick

 

Erschienen in der Ausgabe: 31. Januar 2026